Ausstattung | Kleidung 1, Bürgerin
Kleidung einer Bürgerin

Rekonstruktionsversuch der "guten" Kleidung einer Bürgerin (z.B. Frau eines gutsituierten Handwerkers). Sie trägt eine bodenlange Cotte aus blauem, köperbindigem Wollstoff (einfache Färbung mit Indigofera tinctoria zur Annäherung an eine mehrfache Waidfärbung). Die Ärmel sind, entsprechend der Mode der Zeit, am Unterarm eng zugeschnittten und, zur Ermöglichung des Durchsteckens der Hand, geschlitzt (vgl. z.B. Skulptur des Grafen Dietmar im Naumburger Dom). Dazu trägt sie eine Kombination aus Gebende und Schleier aus relativ feinem, gebleichtem Leinen, eine schlichte, verzinnte Rundfibel sowie einen Ledergürtel mit Schnalle aus Buntmetall. Aufgrund seiner Länge und Stofffülle ist dieses Kleid nicht zum täglichen Arbeiten bestimmt, sondern der arbeitsfreien Zeit, z.B. dem Kirchgang, vorbehalten.
Als Vorlage dienten u.a. Miniaturen aus der sog. Maciejowski-Bibel (Ile de France um 1250) sowie aus der Bible moralisée cod. 2554 (Frankreich um 1250).
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